Adversus
Single • 2010
Kaltes Licht, wie fällt's von oben Staub, der tanzt im Strahl verwoben Graue Wände fragen nicht nach Zeit Leichentuch, im Hauch sich regend Bleich' Gespinst sich sanft bewegend Drohend Form umspielt und blähet weit Darunter ahnt das Aug' die Linien Wülste sanft den Rand umspielen Meine Hand ergreift das Tuch und zieht Engel hier die Saiten greifen Teufel dort die Seelen schleifen Holzgeschnitztes Schicksalsrad man sieht Tausend Figuren erzählen im Rahmen Vom Säen all der Zwietracht Samen Unter dem Blattgold kündet das Holz von Dem was ungreifbar Ein Ding im Spiegel, hörst du es schrei'n? Zu folgen heißt, einen Dämon befrei'n Und freiet dein Blick dieses spiegelnde Funkeln Fällst du dem And'ren anheim Ein Ding im Spiegel, hörst du es rufen? Steig' nur hinauf die staubigen Stufen Besuche dich selbst durch das gläserne Tor Eile dem Wahnsinn zuvor Zart liebkost die Hand die gläsern' Wüste, und wo einst gewesen Spiegelnd Blitzen, ist's ganz grau und blind Die flache Hand zieht sacht im Staube Bahnen weit, und fast ich glaube Zu erkennen, doch das Bild zerrinnt Mit beiden Händen streife ich zaghaft Den Schmutz von dem Glas Und werde dann habhaft Der eigenen Züge, dieses Bildnisses Welches mir wohl bekannt Sanft fahr' ich die Linien meines Gesichtes Wiege mich eitel, denn niemand sieht es Spieglein, oh Spieglein! Wer ist die(der) Schönste Im ganzen Land…? Doch plötzlich, oh sieh' doch… Kann das denn sein? Das Antlitz im Spiegel dort Ist nicht mehr mein! Wo eben noch tanzte Bekanntes Dreut nun ein fremder Schemen Ein Ding im Spiegel, hörst du es schrei'n? Zu folgen heißt, einen Dämon befrei'n Und freiet dein Blick dies' spiegelnde Funkeln Fällst du dem and'ren anheim Ein Ding im Spiegel, hörst du es rufen? Steig' nur hinauf die staubigen Stufen Besuche dich selbst durch das gläserne Tor Eile dem Wahnsinn zuvor Das Ding im Spiegel kennt meinen Namen Es flüstert und wispert: So hab' doch Erbarmen Seit vielen Jahren bin ich Gefangene Dieses Kerkers Du bist ich, und ich bin du So biete ich dir nun ewige Ruh' Tritt in den Spiegel, Eins werden wir sein Auf ewiglich Hier ergreift meine Hand den Schemel Dort die Fratze faucht im Nebel Ein Schrei, ich schleud're das Holz Und Scherben regnen! Ein Ding im Spiegel, hörst du es schrei'n? Zu folgen heißt, einen Dämon befrei'n Und freiet dein Blick dieses spiegelnde Funkeln Fällst du dem and'ren anheim Ein Ding im Spiegel, hörst du es rufen? Steig' nur hinauf die staubigen Stufen Besuche dich selbst durch das gläserne Tor Eile dem Wahnsinn zuvor Ein Ding im Spiegel, hörst du es singen? Wag' nicht dein eigenes Selbst zu bezwingen In deiner Seel' wohnt ein schauriger Geist Unter dem trägen Schein Ein Ding im Spiegel, hörst du es säuseln? Flach wie der See, doch die Wellen, sie kräuseln Dort wo der Steinwurf die Hülle durchfährt Bis in die Tiefe hinein Hinein!
Submitted by NecroGod — Feb 27, 2026
Als Orpheus in das Dunkel ging So folgte er Eurydike Sie zu retten aus dem Schlund der Unterwelt Und scheiterte Und wenn ich nun ins Dunkel geh‘ Sag folgst du deiner Liebe Dorthin wo die Stufe bricht Am Grund der Wendel tiefster Stiege Als sich zu früh umgeblickt Der Held nach seiner Liebsten Zog der Hades sie hinab Wo die Schwärze ward am tiefsten Und wenn du steigst mir nach In den Keller meiner Seele Wird reißen dein Verstand entzwei Wenn ich mich umdrehe? In uns allen steckt ein Ort Der entsagt jeder Fantasie Sieh mich an, ich war schon dort Und jenes Grauen verlässt mich nie Folge mir nicht nach auf meinen Wegen Pfade führ‘n dich auf, aus meiner Welt Warte nicht auf mich in diesem Leben Stufen führ‘n hinab, so ungezählt Kellerkind ! Find‘st nie heraus…! Dort unten wo die Wände flüstern Jede Tür ins Dunkel führt Singen Steine meinen Namen Bleiches Moos die Haut berührt Jeder Gang ein neuer Mund Der mich in die Schwärze zieht In den Abgrund meiner Kindheit wo das Licht die Schritte flieht Tiefer, tiefer malt mein Schritt Jede Stufe saugt den Tritt Abwärts und kein Weg mir glückt An das Licht wo ich ließ dich einst zurück Jedes Herz ist ein Labyrinth Manches flach – manches tief, mein Kind Und wenn ich nicht den Rückweg find Halt‘ dich nicht auf Und folge nur dem Frühlingswind Warum stehst du dort und schaust so traurig Hörst du nicht den Sang der fernen Welt Hier drinnen bin nur ich Und bald schon geh‘ ich Stufen führ‘n hinab, so ungezählt Folge mir nicht nach auf meinen Wegen Pfade führ‘n dich auf, aus meiner Welt Warte nicht auf mich in diesem Leben Stufen führ‘n hinab, so ungezählt
Submitted by NecroGod — Feb 27, 2026
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