Angizia
Album • 1998
Moskau, Winter 1904, Im Konzertsaal des Bolschoi-Theaters, am Swerlowplatz, und abgelegen von diesen vierlen schon tagelang verschneiten Statuen, setzten sich die letzten geladenen Gaste in den Saal und legten ihre Kleider zur Seite. Nur Delegierte, Maler und Feuilletonisten in ihrer kulturellen Eigenart schmollten noch in ihren Lehnstuhlen nebenan (im Erker) und vergaben sich hinter den Fachern ihres Kartenspiels. Auben, rundumher im Schneeaquarell, spazierte und plauderte das geistliche Moskau. Gemultich geduckte Burgerhauser warfen blumerante Schattenbauten auf die Nordseite des Konzertsaals, was die Sperrschrift des Papieranschlages an der Pforte verdeckte und Kerzenlichter bis zum Dochtnacken erstickte. In den Wohnbauten sah man Madchen in karierten Puffarmelkeidern, sie saben auf farierten Samtpolstersesseln und umsaumten die glanzlosen Fenster ihrer Baracken. Stets angeborene Wege und Hauser, Aus und Einblicke, die Zacharias mit scharfen Blicken stach. Seine schon nabkalte Trommel hatte er mit einem Fell zugedeckt und im Nacheinander dieses Nachmittags aus der Pflicht in den Alltag getragne. Angelehnt an den Flugelrand der Rundbogenfenster (zum Festsaal) starrte er in den prominenten Menschenrummel im Odeum, der sich um ein Pianoforte versammelte, um verschiedenen Virtuosen mit passivem Applaus zu schmeilchen. Zwischen den riesigen Proszeniumturen lehnten Soldaten, die das Ausmab der Lichtstrecke kontrollierten und nach Dochttoten und Parade nur mehr Glanz am weinroten Teppichboden duldeten. Als der erste Virtuose in die Tasten des prunkvollen Flugels schmetterte, lehnten sich alle grob und kleingewachsenen Menschen auf und bedeckten ihr Herz, patriotisch und stolz auf Rachmaninows Tondichtung, mit dem rechten Handrucken. Unbeirrt und stolzgemacht vom Chauvinismus der Menschen im Saal legt Zacharias seine Trommel frei und beginnt loszumaschieren, erst links, dann rechts, entschlossen in seine Trommel zu schlagen. Er durchstobt die riesigen Holzturen und zieht trommelnd in den Konzertsaal ein. Vor dem Pianisten angehalten - die geladenen Gaste geizten nicht mit Hochmut und stachen ihn indes mit feurig roten Blicken - lost er die Trommel aus der wundgeschundenen Lederschleife und legt sie vor das Klavier. Es war sien letzter Trommelschlag. (Damals war Zacharias 9 Jahre alt.)
Submitted by NecroGod — Apr 26, 2025
Pascha Kazakow war Schachspieler und lehrte seine beiden Sohne Babel und Zacharias eine symbolische Schachtheorie. Er glaubte daran, dass jeder Kegel des Spiels eine Bedeutung fur die menschlichte Gesellschaft besabv und das Holzbrett einer Begegnung Hader, Abhsngigkeit, ja Fessel einer vollstandig intakten Gemeinschaft demonstrierte. Eine reale Welt verstand er als Spielflache, die das Leben ihrer Bewohner in Spezien unterteilte, die teils Trauer und Liebe erkennen, vermitteln, besitzen und verbergen lieb. Alles was er an den Menschen nicht verstand, versuchte er in der Schachwelt zu erkennen und auszudrucken. Er erprobte die Gefahr der Unterdruckung eines Volkes, ersann die "karelische Eroffnung" und verurteilte kommunistische Tugenden im Zusammenhang mit dem russischen Schachspiel. Zacharias war inzwischen herangewachsen und began nach Paschas Tod, sein Schachspiel nach eigenem Ermessen zu verbessern und kleinere Turniere in der Ukraine zu spielen. War es nun das erschopfte Renommee des Vaters, das nach "Reputation!" rief und immerlauter werdend, und lauf genug dann am Sterbebett, die beiden Sohne um Hilfe bat? War er, Zacharias Kasakow, plotzlich ein Schachspieler, dem deshalb das Trommelspiel verboten wurde? 1915 reist er nach Moskau, um Paschas Schachlehre mit den Aufzeichnungen zu vergleichen, die dieser bei seiner Schwester Tonja am Kalininprospect hinterlieb. Die Notwendigkeit, ein Bewohner des S/W-Diagramms zu sein, veramderte Zacharias' Leben schlagartig, er dachte an das pulsierende Leiden seines Vaters, der mit seiner eigenen Theorie begraben schien, ohne sie je sieghaft verteidigt zu haben. Schwer und betucht schlugen die Seiten der Manuskripte in den Luftraum, Zacharias las und las, notierte und notierte, stellte die Kegel auf das Schwarz/weib bemalte Brett der Tischebene und sah das Bildnis vom Trommelbuben, der unaufhaltsam uber die Diagramme schlich. Der Zar war Konig, die Zarin Dame, der Arzt ein Laufer, er kramte im Schrank am Dachgeschob, zerlegte das Zinnsoldatenregiment von Onkel Oleg und stellte den Zinntrommler in das Feld des aubersten Schachbauern. Auf diese Art und Weise war er den Holzfiguren naher, als es irgendein unerprobtes Spielsystem hatte verrichten konnen. Die Schlacht konnte beginnen.
Submitted by The Void — Apr 26, 2025
"Kinderzar" hieb das Schachgenre von Leningrad Zacharias' Gegner Sergei Malexewitsch, er war Vorreiter einer "Genie-Tradition", die vor allem Paschas "Symboliklehre" und dessen Gedanken uber das Seelenleben einer Schachfigur verponte. 1908 treffen die beiden (noch im Kindersalter) das erste Mal aufeinander: Als der unterlegene Zacharias Kasakow kurz vor Ende der Begegnung einen gegnerischen Spielkegel umwirft, spuckt ihm Malexewitsch barbeibig ins Spielrichter taten nichts dergleichen und beklagten Zacharias' Versuch, die Pascha war emport, als er erkannte, dass seine Gedanken uber das Sinnbild einer Schachfigur nur Gelachter initiierten, nahm er Zacharias aus dem jahrlichen Teilnehmerfeld. Seit jeher bleiben Kasakow und Malexewitsch verfeindet und verhasst. Wahrend Zacharias aus armer Umgegend stammte und vor allem Ukrainer war, ebnete sich Malexewitsch' Schachlaufbahn mit Hilfe namhafter Koordinatoren und einem gutsituierten Elternhaus. Man nutzte die politische Gunst von Michail Malexewitsch, Sergejs Vater, und profitierte auch davon, Moskau und Leningrad zu beherrschen. Zacharias konnte sich anfangs nur muhselig fur das Schachspiel interessieren, es war ihm leid fur die Denkweise seines schwerkranken Vaters verspottet zu werden. Im Dezember 1919 halten die beiden einen Spaziergang, der erneut im Disput endet. Man warf Zacharias vor, dass Paschas Aufzeichnungen dem Aufbau russischer Schachtalente destruktiv entgegenstanden. Erst nach epochalen Erfolgen in der Ukraine wollte man Zacharias auch in Moskau, Minsk und Leningrad spielen sehen. Er musste die Denkweise seines Vaters behaupten und fordert Malexewitsch zu einem letzten Kampf. Die Begegnuing wird fur 1941 in einer kleinen Moskauer Kathedrale festgesetzt. Obwohl die Kommission des sowjetschen Schachverbandes einen Briefwechsel zwischen Spielgegnern (vor einer Begegnung) verbietet, schreibt Zacharias an seinen Erzfeind Malexewitsch: Er habe bereits einzelnen Zug mit Tinte aufgeschrieben und an Paschas Symbolikdenken festgehalten. 14, Mai, 1941: Zacharias gewinnt die Begegnung, als die Kommission von seinen Zeilen an Malexewitsch erfahrt ("Das taktische Denken das Sergej Malexewitsch' sei dadurch gelenkt gewesen") und ihn dafur disquakifizieren mochte, schreitet Malexewitsch zum Podium und erklart Zacharias aum Sieger der Begegnung. Seit jeher blieb Paschas Schachdenken gewurdigtund geehrt. Man Schachstrategen nach seiner Theorie Spiele durchdenken.
Submitted by Finntroll — Apr 26, 2025
Im Winter 1923/24..es war einer der kältesten Winter der russischen Geschichte, löst Zacharias das Schweigen und beginnt mit seinen Figuren zu sprechen. Er befreit sie vom Staub, der sich in dünnen Lagen bis an die Häupter hievte und meidet hernach Gaudium und Geselligkeit. Tiefe Schneestapfen und hinterher das Rossgespann vor einem alten Gasselschlitten bringen ihn eines späten Abends nach Tarutino: Die Bäume dort schienen vom Frost erstickt zu sein, müde strahlten ihre Wipfel in das pechschwarze Abendbild. Man hatte den Eindruck, die scheelglatten Wegkanten des Anstiegs im Tannicht würden die Begegnung von Jäger und Jagdwild für immer verhindern. In Serpuchov, neben einer kleinen Kapelle, ersteht Zacharias eine Lodenpuppe, eine alte Dame hat sie im Rahmen eines Weihnachtsbasars in die Decken ihrer Kiepe gehüllt und den Schwund von Strohhalm und Wollkleid mit dünnen Schnüren unterbunden. Es sollte diese Puppe für einen langen, kalten Abend (wie folgt) das Leben einer winzigen Schach- figur ersetzen: Zacharias richtet die Puppe auf, spannt die Pferde aus der Stütze und zieht den Schlitten in den dunklen Wald. Es beginnt sein Experiment, über Erregung und Affekt ein charakterloses Wesen, wie das der Puppe liebzugewinnen. Die Puppe in Aufruhr anzu- sprechen, verlangte Angstzufuhr und Fährnis, Zacharias wollte sich mit der Korrelation von Bewußtseinsstärke und Bewußtseinsschwäche einer Schachfigur anfreunden. Jede einzelne Marginale von Paschas Schachtheorie, die er in abgewetzten Manteltaschen durch die Kälte trug, musste erprobt sein: Er bedeckt die Puppe behutsam mit Rauchwa- fen und steckt 40 Lichtfackeln in regelmäßigen Abständen, links und rechts, in die schnee- ballharten Fugen der Wegränder. Die Kufen scheuern das Eis, ein Kratzen, ein Zittern, das Zacharias als behaglich empfindet... Er sorgt sich um die Puppe, da der steile Anstieg der Wegstrecke kein stetes Sitzen ermöglicht. Mit der Lederschlaufe seiner Kindheitstrommel heftet er sie an die Rückenwand seines Wollmantels und beginnt zu sprechen:",,Puppe, mein Glanz, bitte zeig mir einen Weg, wo die Puppen tanzen wie die Kegel stet, tanze über meine Felder, hüpfe, laufe, sei mein Gast, zeig mir wie die Spiele enden, die ich mied und nicht mehr im Kopf verstand..."Am nächsten Morgen sah man einen jungen Mann das eisige Schneebett herunterlaufen, ohne Mantel, ohne Kopfbedeckung, ohne Pferd, nur ein alter Schlitten, den er qualvoll und sichtlich mit Anstrengung über die schneebedeckten Schollen zog...
Submitted by Iron_Wraith — Apr 26, 2025
Unmittelbar vor der Oktoberrevolution, im September 1915, beginnt Babel, sich mit dem schwierigen Erbe seines Vaters auseinanderzusetzen. Das konzentrierte Schachspiel bedurfte einer Stille, die Babel in einem Steinhaus in Vasil'kovka, einem peripheren, unbeschreiblichen Flecken unmittelbar vor Dnjepropetrowsk zu finden glaubte. Doch alles kam anders, nennen wir es vielleicht zunächst vorsichtig,,die Beschreibung einer schlicht unangenehmen Situation". Der Briefwechsel zwischen Babel und Zacharias (1915-1920) dokumentiert die manische Auseinandersetzung Babels, die Phobie, allein zu sein, hatte ihn zerstört:,,Die Stille ist hier, sie hilft mir, die Kegel zu tauschen, plagt nicht, stört nicht, schaut mir zu. Oft weiß ich nicht worüber ich mit den Figuren sprechen soll, sie schauen so ängstlich, fürchten die Schlacht und meiden Geselligkeit. Ich liebe das Spiel, unseren Vater und unser Land... In Angst, Dein dich liebender Bruder Babel." (April 1917) Zacharias, die Perfektion hier ist ein Mittelmaß, das mich fröstelnde Denken, jahrelang allein zu sein, um später, gegen einen Zweiten zu gewinnen, macht mir Angst. Oft weine ich, rede mit dem König, über Dich, über Vater, und hege Groll gegen das Menschliche, den Staub auf meinem Brett, mein Opfer für diesen Unsinn an Kabalen und Inhumanität. Hilf mir, Zacharias, du musst es jetzt alleine versuchen, musst die Stille bezwingen, doch nicht weil ich daran zerbrochen bin, sondern nur, weil Vater es so wollte." (März 1920) Die Medizin bezeichnete Babel als anthropophob, unzugänglich, menschenscheu. Er war depressiv und handelte nicht mehr in Koinzidenz mit seinem Gewissen. Das desolate Leiden machte Babels Schachspiel zum Verbot. Später, lange Zeit später, unmittelbar nach dem Ende dieser Geschichte, zog er mit seiner Mutter Anna Kasakowa nach Aprelevka, Zacharias finanzierte Babels medizinische Fürsorge und verschaffte ihm später auch eine minderbemittelte Stelle als Agrararbeiter auf einem Gehöft. Der Widerstand gegen den so ungeliebten Kammerfrieden schien (für Babel) umsonst. Zacharias begann indes aus den Fehlern seines Bruders zu lernen.
Submitted by NecroLord — Apr 26, 2025
Im Janner 1926, kurz nach Babels Fruhstadium im Genesungsprozess trifft Zacharias wahrend einer Zugreise suf einen schrulligen und verworrenen alten Mann, der sich ihm als "Der Essayist" vorstellte. Der Mann hatte ihn schon langereZeit beobachtet - starr sein Blick, zu grob seine Augen - und bat schlieblich, zu grob seine Augen - und bat schlieblich mit einem eindeutigen Wink zur momentanen Geselligkeit. Der Literat, der sich in der Tat wie ein Bettler in die Sitzpolsterung kauerte, erwies sich sehr bald als augergewohnlicher Zuhorer und Mataphorist. Zacharias wirkte erst verstort, der Essayist durchstrahlte seinen Wuchs, stoberte immerzu nach Sorgen und Gedanken. Sie sprachen uber Zar Nikolaus II, die Kriegsjahre, das Fabulieren und Schriftstellern, Kriegsjahre, das Fabulieren und Schriftsellern, uber die Darbietung der Augen, deren Gestandnis, Sorge zu tragen oder nicht, und schlussendlich ausschlieblich uber die Prasenz des ungeliebten Kammerfriedens. Zacharias erzahtle von seinem Schachspiel und beichtete dem Mann das Leid seines Bruders und die Konsequenz fur Paschas Schachtheorie. Die Begegenung erfahrt zunehmend Brisanz, als der Essayist beginnt, vom idealen "Ort der Stille" zu schildern und Zacharias ein anmutigues Angebot unterbreitet. "Horen Sie, Zacharias Kasakow, ich kenne einen Ort und es ist einzige in diesem Land, an dem man sie Stille besiegt, ohne sie storend empfunden zu haben. Es ist ein Flecken von Hain und Wasserrauschen, nur klein ist die Flache des Humus, in der die Stille etwas zahlt, grob genug jedoch, main Freund, um ein Schachbrett abzustellen!" Im Spab einigen sich die beiden, dass der Essayist das Grundstuck "verkaufen" und daher preisgeben wurde, hatte Zacharias 2 Millionen Rubel in Gewahrsam. Dann, noch wqahrend Zacharias in wohlverdienten Schlaf verfiel, verlasst der Mann das Abteil (und damit den Zug). 4 Monate spatter erhalt Zacharias, inzwischen politisch ambitioniert, einen versiegelten brief, er riss diesen entzwei und… vernahm den Tod von Wassily Kalitenkov (der sich selbst gerne als der "Essayist" preisgab). "Ich will es einen gewissen Zacharias Kasakow, wohnhaft in Moskau, Kalininprospekt 89, ermoglichen, einen Platz zu erben, fer mir selbst nicht gehort, doch auch niemanden sonst". Zacharias - ergriffen von seinem Erbe - suchte nach dem Land, fand dort den Grabstein des Essaysten und nutzte die Stille - emsig und entschlossen - um als erster Schachspieler Russlands Paschas Schachlehre vollend umzusetzen.
Submitted by NecroGod — Apr 26, 2025
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,,Kinderzar" hieß das Schachgenre von Leningrad Zacharias' Gegner Sergej Malexe- witsch, er war Vorreiter einer „,Genie-Tradition", die vor allem Paschas,,Symboliklehre" und dessen Gedanken über das Seelenleben einer Schachfigur verpönte. 1908 treffen die beiden (noch im Kindesalter) das erste Mal aufeinander: Als der unterlegene Zacharias Kasakow kurz vor Ende der Begegnung einen gegnerischen Spielkegel umwirft, spuckt ihm Malexewitsch bärbeißig ins Gesicht und mokiert sich darüber. Die Spielrichter taten nichts dergleichen und beklagten Zacharias' Versuch, die Konzentration seines Gegners zu schwächen. Pascha war empört, als er erkannte, dass seine Gedanken über das Sinnbild einer Schachfigur nur Gelächter initiierten, nahm er Zacharias aus dem jährlichen Teil- nehmerfeld. Seit jeher blieben Kasakow und Malexewitsch verfeindet und verhasst. Während Zacharias aus armer Umgegend stammte und vor allem Ukrainer war, ebnete sich Malexewitsch' Schachlaufbahn mit Hilfe namhafter Koordinatoren und einem gutsi- tuierten Elternhaus. Man nutzte die politische Gunst von Michail Malexewitsch, Sergejs Vater, und profitierte auch davon, Moskau und Leningrad zu beherrschen. Zacharias konnte sich anfangs nur mühselig für das Schachspiel interessieren, es war ihm leid für die Denkweise seines schwerkranken Vaters verspottet zu werden. Im Dezember 1919 halten die beiden einen Spaziergang, der erneut im Disput endet. Man warf Zacharias vor, dass Paschas Aufzeichnungen dem Aufbau russischer Schachtalente destruktiv entgegenstanden. Erst nach epochalen Erfolgen in der Ukraine wollte man Zacharias auch in Moskau, Minsk und Leningrad spielen sehen. Er musste die Denkweise seines Vaters behaupten und fordert Malexewitsch zu einem letzten Kampf. Die Begeg- nung wird für 1941 in einer kleinen Moskauer Kathedrale festgesetzt. Obwohl die Kommission des sowjetischen Schachverbandes einen Briefwechsel zwischen Spielgeg- nern (vor einer Begegnung) verbietet, schreibt Zacharias an seinen Erzfeind Malexe- witsch: Er habe bereits jeden einzelnen Zug mit Tinte aufgeschrieben und an Paschas Symbolikdenken festgehalten. 14. Mai 1941: Zacharias gewinnt die Begegnung, als die Kommission von seinen Zeilen an Malexewitsch erfährt (,,Das taktische Denken des Sergej Malexewitsch' sei dadurch gelenkt gewesen") und ihn dafür disqualifizieren möch- te, schreitet Malexewitsch zum Podium und erklärt Zacharias zum Sieger der Begegnung. Seit jeher blieb Paschas Schachdenken gewürdigt und geehrt. Man munkelt, dass auch heute noch werte Schachstrategen nach seiner Theorie Spiele durchdenken.
Submitted by Cyberwaste — Apr 26, 2025
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