Das Ich
Album • 1994
Dein Boden schwingt Schaedel voller Traeume Entflammte Koepfe schrein' Ertrinken einsam Riesen schwarze Adler Auf redend Blut sich stuerzen Stammen aus der Hand Dein Vaterland Sieh auch dein Gefuehl hat tausend Ahnen Wie Rausch im Schweigen wie ein Sagenlicht Sieh auch deine Herkunft hat viele Narben Ein Hauch des Leugnens nicht gleich dem Rassenhass Ueberfluetet Chaos In Suender oder Beter Ein weises Niemandsland Bleibt ewig unerkannt Koepfe rammen Waende Stolz ist nicht Verstand Nun bin ich die Beute Deiner Todesangst Sieh deine Erde wacht Zerstreut die Utopie Wuehle Streit und Sorge wo Nachbarn uneins sind Sieh deiner Grenzen zeitlos Spiegelbild Schmerzen sind das leere Grab zum Leid Geist - stinkend wie der Menschen Kot Zeit - der Tod is unser Ziel Geist - irgendwo gefangen sein Zeit - fur Herz und Hirn Geist - stinkend wie der Menschen Kot Zeit - der Tod is unser Ziel Geist - irgendwo gefangen sein Zeit - fur Herz und Hirn Der Kopf stoesst Waende - der sich reichlich mehrt Dem wachsen Steine - dem ist nicht wert Der Kopf stoesst Waende - der sich reichlich mehrt Dem diese Schweissesernte - breiten Schmerz gewaehrt Der Kopf stoesst Waende - der sich reichlich mehrt Dem wachsen Steine - dem ist nicht wert Der Kopf stoesst Waende - der sich reichlich mehrt Dem diese Schweissesernte - breiten Schmerz gewaehrt
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Auf der Stirn die Heuchelei Unter dunklem Hautgesang Einäugig tote Sehnsucht Die Hölle sei ihr Knecht Erinnerung schickt Blumen Das Hirn frisst Staub Und Knabenhände geben Was das Fleisch nicht zügeln kann Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Und heute bin ich vogelfrei Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Trampelt Unschuld-Erde nieder In der Ferne ziehen Völker Singt der Erde Unschuldslieder Uns wird die Welt zu klein Schaler Traum zerstöre Blutbäuchig das entformte Heer Überblüh das ganze Elend Deine Mitte macht mich satt Ein Aschenheer aus Schatten In der Wüste tanzt Ein paar Grenzen weiter Liegen hodenlose Kriegerleichen Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Und heute bin ich vogelfrei Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Trampelt Unschuld-Erde nieder In der Ferne ziehen Völker Singt der Erde Unschuldslieder Uns wird die Welt zu klein Das Gewissen auferlegt Nur schweigend aufzuthronen Dein gläsern Angesicht Durch Untatglut verbrennt Starre Augen halten Tränen Keine Mütter mehr als Schoß Nun faulen unsre Leiber In der Erde, die sie stumm erträgt Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Und heute bin ich vogelfrei Oh Menschlein, hör Aus deiner Wiege stammen meine Glieder Trampelt Unschuld-Erde nieder In der Ferne ziehen Völker Singt der Erde Unschuldslieder Uns wird die Welt zu klein
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Wie Stein verstummt Millionen Fratzen starren Heut' ist Mitleid Das Futter unserer Eitelkeit Nackt verkohlt Der heilige Pflug Bröckeln eurer hölzern Türme Stein um Stein In blutigen Schlachten Spenden Kinder trost An allen Mauern stehen Die Erschossenen wieder auf Kann es Seelen geben Die am Grauen sich erfreuen Wenn aus greisen Händen Giftige Samen fallen Das Blut der Schwachen Den Siegern eingeimpft Von Lumpen aufgewischt Es rostig schmeckt Mütter stürzen suchend Gräber ihrer Kinder Gesichter verstümmelt Von Krähen hinterlassen Kriege werden nie Gewalt vernichten Und Erlichkeit von Kot und Stroh Wie faulend gelbe Maden Es stirbt ein Kind Unter Marmorsäulen Auf diesem Boden sollen Hellerleuchtet neue Städte stehn Schuld, Recht Kein guter Wille hilft uns mehr Uns retten nur noch Wunder Volk, Sucht Unsere Mutter Erde hängt Am letzten zuckend Nerv Unerbittlich sträubt sich meine Seele Weil auch ich gemordet hab
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Zerzaust in Kleidern und Gebärden Blicke ziehen Runden mit Begehren Auf Tafelrunden liegen Sklaven Als Frühgeburten gar gekocht Unter uns in kalten Kellern Warten Weiber auf Geburten Verkrampfte Schreie speien Kinder Händler warten sie zu wiegen Starke Männer werden trunken Wenn sie kaltes Grauen küsst Verstumpfte Glieder werden weinen Weil mit Hoffnung nichts verdient Ein kränklich armes müdes Volk Verschliesst die Ohren hören Schmerzen Vor tiefem Abgrund stehen Richter Das Ich im Ich ist kein Idol Ich streite einsam mich Mit dieser oberflächen Welt Gutes sei ein löblich Brot Von dem ich zehre bis zum Tod Denn ich bin immer noch ein Mensch! In Nebenzimmern blühen Hirne Die sich selber Recht genannt Aus dem Fenster stiert ein Schädel Der den Weisen stumm erzählt Von tiefster Seele steigen Klagen Weil die Herrschaft uns verdreht An kahlen Felsen strömen Säfte Die von Tieren ausgepresst Fleischkollonnen stehen Schlange Vor den Toren vieler Ahnen Aus den Mäulern kreischen Stimmen Die mit Hass sind aufgefüllt Von Seuchenadern tropfen Gifte Tränken uns're neue Bibel Verdorrte Hände schufen Nerven Das Ich im Ich ist angezapft Ich streite einsam mich Mit dieser oberflächen Welt Gutes sei ein löblich Brot Von dem ich zehre bis zum Tod Denn ich bin immer noch ein Mensch!
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Ich streichle ein versengtes Fell Ein fernes Licht die Kehle packt Aus dem Mund tropf Blut zu Boden Mehrend mit Gedaerm vermengt Ein Mensch noch Warmen strang verpackt Froehlich pfeift er Heimatlieder Ein Sproessling traegt es zum Palast Gefraessig trieft der Speichel nieder Ich halte aus nicht diese Gier Will platzend Wut mich geiselnd nehmen Ich spalte auf mich zu belehren Es spricht aus mir doch nur ein Tier
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Ein Herr in Falten fühlt den Erdball rauchend unter sich drehen Greift sich Fleisch aus Mütterleins Schoß, spiegelt sich im Erdversteck In seinem Herz zerfallen Emotionen, hielt er sich fur ausgelöscht Zeit seines Lebens folgen ihm Schmerzen, sitzt er nun in Lethargie Dein Leben ist, dein Leben ist dein Sieg Halte fest, was du beweisen kannst Dein Leben ist, dein Leben ist dein Tod Halte aus, bis du dich selbst erkannt In seiner Hand lagen heilig Versprechen, die er mit Lügen brach Durch Leid getrieben, auf Bergen kriechend, stürzt an kalter Felsenwand Frei im Fall lauscht er den Chören, die der Wind endlos wiederholt Sei dir gewiss, dein Schicksal ist fremd, Brüderlein Mensch will deinen Thron Dein Leben ist, dein Leben ist dein Sieg Halte fest, was du beweisen kannst Dein Leben ist, dein Leben ist dein Tod Halte aus, bis du dich selbst erkannt Er folgt dem leisen Pfad zu den Sternen schwärzlichste Torheit im Sinn Der kahle Mond begrüßt ihn im Sterben, wohin Seele willst du gehn Ich suche den Weisen, um ihm zu zeigen, unten die Erde sie glüht Der Mond hoch erstaunt stößt ihn kalt lachend zur brennenden Erde zurück Dein Leben ist, dein Leben ist dein Sieg Halte fest, was du beweisen kannst Dein Leben ist, dein Leben ist dein Tod Halte aus, bis du dich selbst erkannt
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
Überall ist Bitterkeit Farbenfroh ein Schicksalsschlag Rasch bohren Nägel Aus denen das Verlangen schreit Tausend haben Paradiese Ich hab über tausend Ohren Trauernd Opfer treten süchtig Über unsren Massenwahn Verblasste Traumlawinen Märchen haben Winterzeit Stunden die uns überholen Hilfe meine Sanduhr streikt Geistig Narbenlabyrinthe Ärzte züchten Wunderblumen Rot bemalte Augenhöhlen Das Gehirn in Stumpfsinn treibt Käfig voll Betroffenheit Spalte ich mein' summend Schädel Schlüssel heißt Verstand Sag wer hat mich eingesperrt Sprachlose Katastrophen Wir sind davon weit entfernt Der Glocken greller Ton Ich fühle mich so hilflos oben Kennt ich nur einmal... Schall sein - Licht sein Über uns und allem schweben Rauch sein - Keim sein Meine Schläfe bricht entzwei Mein Kopf ist die Sonne Meine Sonne ist aus Wut
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
"Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern" Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten Folg ich der Vögel wundervollen Flügen Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten Träum ich nach ihren helleren Geschicken Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken So folg ich über Wolken ihren Fahrten Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern Indes wie blasser Kinder Todesreigen Um dunkle Brunnenränder, die verwittern Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen (George Trakl)
Submitted by VladTheImpaler666 — Feb 25, 2026
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