Eïs
EP • 2018
An den schwarz besandeten Gestaden sind wir nun gestrandet, wo noch niemand von uns schlief. Am goldenen Morgen glimmen Bilder in den Wolken, die ich mühelos mit dir durchlief Doch am Abend aller Dinge steh'n wir stumm, und ganz am Ende steht die Sonne bleich und tief. Zerriebenes Gestein, das diese schwache Sonne wärmt, kühlte zu rasch als ich vergebens nach dir rief. Mit wunder Stimme schweige ich und berge, was an Resten von mir bleibt in Wanderdünen, haltlos und naiv. Auf wilden Wellen treiben auch die sprachlosen Gedanken von mir fern, die dämmernd ich noch niederschrieb. Des Nächtens wecken dich die Wellen bringen in geschmolz'nem Sand von anderen Orten einen Brief. „Reise später noch einmal mit mir in alle anderen Länder und zu anderer Zeit und trage mich für ewig fort von hier. Solange muss ich einsam warten an den schwarz besandeten Gestaden, die ich schuf aus mir und dir.“
Submitted by The Void — Apr 26, 2025
„Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann förder' zutage, was du im Dunkeln gesehen, daß es zurückwirke auf andere von außen nach innen.“ (Caspar David Friedrich) Alle Bilder, die uns makellos erscheinen zeigen nur, wo man am Ende steht. Nie sieht man die Wege auf den Steinen, die kaum jemand bis zum Ende geht. Verworr'n sind auch die Pfade in den Hainen, wo Herbstlaub sich in Kreisen dreht. Gemeinsam blickten wir in Schluchten schrittweit nur von uns entfernt, schauten grau verhangene Buchten über Wassern, weiß besternt. Ich ging, anstatt mit dir zu sprechen zurück, denselben Weg entlang, auf Moosen und an leisen Bächen wo Philomela leise sang. Ich möchte wandern weit über das Nebelmeer, fort von den Menschen, Stillstand und Heimkehr.
Submitted by NecroGod — Apr 26, 2025
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