Niedergang
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Warum denn dringt und dringet wieder Mir Todesangst durch Mark und Bein? Was rieselt durch die starren Glieder Und schüttelt mich wie Fieberpein? Hat alte Blutschuld eingeschrieben Mich einst in der Lebend'gen Buch? Sind mir nicht rein die Hände blieben Von des Verbrechens ew'gem Fluch? Verbirgt ein mörderischer Sünder Sich unter meiner Ahnen Zahl Und schwingt auf Kind und Kindeskinder Ein zorn'ger Gott den Rachestrahl? Nichts weiß ich von so dunklen Spuren Von eigner fluchbelegter Tat Ich wandle durch des Lebens Fluren Schlicht wie ein Andrer meinen Pfad Hab' ich zu kühn nach hellem Wissen Nach ungefärbtem Licht gestrebt Den Schleier allzukeck zerrissen Der sich um Kinderaugen webt? Ich habe nie gezaget Vor dem Popanz der feigen Welt! Ihr Athem bebet Weil jeder Tag nur Schuldnerfrist Sie stirbt voraus, derweil sie lebet Sie weiß: sie ist nicht, weil sie ist Warum denn dringt und dringet wieder Mir Todesangst durch Mark und Bein? Was rieselt durch die starren Glieder Und schüttelt mich wie Fieberpein? Es steht ein altes Wort geschrieben Es schwebt mir vor Halbhell ist mir's im Geist geblieben Mir klingt's wie: Angst der Kreatur Vor Geistern auf dem Schlachtfeld stehen Das legt sich auf die Brust wie Blei Kann ich dem Feind ins Auge sehen Wird wohl der Athem wieder frei Und schreitet er in Feindes-Reihen Der gründlich stets verfuhr: Es sei! Der Tod nur kann befreien Von aller Angst der Kreatur!
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Vater der Träume Erwecke die Betörten Zu lange haben sie geträumt Öffne ihre Augen! Im Niemandsland gefangen Schwarz und weiß Gleichgeschaltete Kreaturen Ihr dreht euch bloß im Kreis Vater des Todes Erlöse uns von den Betörenden Zu lange haben sie getäuscht Entreiße ihren Geist! Seelenlose Hüllen Kaum des Lebens wert Kein Empfinden, kein Grund zu fühlen Von Habgier verzerrt Trümmerhaufen Menschlichkeit Woher nehmt ihr euch die Rechte? Leben, Zeit, Vergänglichkeit Stumpfsinn führt zu Einsamkeit! Vater der Träume Was ist der Sinn des Lebens Jene die dies vergessen Träumen bis zum Ende der Zeit Vater des Todes Erlöse uns vom Gift Paralysierend und tödlich zu gleich Tyrannische Pest Unmenschlichkeit Gelähmt durch Apathie Maskiert durch Euphorie Heuchlerisch ein Sinn gefunden Allein gelassen, im Leben versunken
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Blut strömt Mir aus den Augen Ich weine ob dem Gott Dem ich einst Treue Schwur Zerstört Mein inneres Leben Verraten von meinem Erlöser, Schöpfer Und Herrn Lass mich gehen Ich werfe den Glauben Von mir Dein Antlitz lässt mich sehen Welch Torheit ich beging All die Jahre In denen ich dein Siegel trug Lag ich vor mir verborgen Bis ich deine Fesseln zerschlug Befreit vom Gott Der mich den falschen Glauben glauben ließ Der mich betört Und seinen Dolch in Meinen Rücken stieß Betrogen vom Gott Der mich den falschen Glauben glauben ließ Der mich verriet Und seinen Dolch in Meinen Rücken stieß Das Blut klebt an meines Schwertes Schneide Als ich dein lügengetränktes Fleisch ausweide Befreit vom Gott Der mich den falschen Glauben glauben ließ Der mich betört Und seinen Dolch in Meinen Rücken stieß
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Bittre Schmerzen reißen wild Herz sei mild! Denn du magst es doch nicht sagen Seit zerbrochen dir dein Bild Nimmer half ja noch dein Klagen Tod wär' Freude Nähme nur die Erd' uns beide! Kühlung saugen Möchten gern die trocknen Augen Brennen heißer stets im Leide Laute, diesen Misslaut sprich Und dann brich Eh' ich ganz in Hass versunken Wahnsinn rede todestrunken Weil das Einz'ge von mir wich Gebt mir Blut Dass ich lindre diese Glut Und wer's tat Ewig schmacht' er ohne Rat Oder sink' in gleiche Flut
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Ein alter Mann streift durch die Wälder Lebensleer und karg sein Blick Hinter ihm wird alles alt und kälter Rastlos watet er auf der Suche nach dem Lebensglück Einsiedler, Einsiedler Einsam zieht er durch das Land Einsiedler, Einsiedler Seit Äonen schon gemieden und verbannt Sein Hass und Zorn scheint grenzenlos Ein Wiedergänger keines gleichen Menschenleer und doch aus Fleisch Vernarbte Fratzen zieren Menschenleichen Einsiedler, Einsiedler Einsam zieht er durch das Land Einsiedler, Einsiedler Seit Äonen schon rastlos und verkannt Kranke Augen im Dickicht Doch kein Mensch vernimmt das Licht Starrt er dir auch ins Gesicht Den Eremit vernimmt man nicht Seine kühle Art erhellt den Pfad Gewässer friert im Mühlenrad Bosheit durchdringt die Dunkelheit Und verführt zur nächsten Vergeltungstat Stürme wogen durch die Wipfel Strömen über kalte raue Gipfel Noch heute hört man von des Einsiedlers Plagen Denn Tod und Seuche sind Begleiter seiner Sagen
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Das Meer, der Sturm Die Wogen der Trauer Legen sich mit sanftem Schauer Sind Wogen der Trauer Denn jemals von Dauer? Mich schmerzt die Erinnerung An das Dunkel, das ich durchlief Umso heller das Licht Desto dunkler sind die Schatten Das Meer, der Sturm Die Wogen der Trauer Legen sich mit sanftem Schauer Sind Wogen der Trauer Denn jemals von Dauer? Die Seele, der Schmerz Lichtet sich im Nebel Mein Empfinden so klar Die Sicht so rein Hoffnung erwacht wieder Wie Kerzenschein Das Licht durchbricht Die Festung der Schmerzen Zerreißt die Dunkelheit In meinem Herzen Erhellt die Seele Mit schimmerndem Licht Zerschellt das Grauen Meines alten Ich Das Meer, der Sturm Die Wogen der Trauer Legen sich mit sanftem Schauer Sind Wogen der Trauer Denn jemals von Dauer? So mächtig die Trauer Auch sein mag So tief die Seele darniederlag Dem zeigt sich erst Des Lichtes Schein Vom Hauch des Lebens Erfüllt zu sein
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
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Schwärze durchdringt die Waldesnacht Laut und groll der Donner kracht Ein Schrecken durch den Groll erwacht Ein Vagabund zieht durch die Nacht Winde säuseln durch die Bäume Erzählen von des Wanderers Träumen Der Huckup flüstert vor sich hin Verwarnt den jungen Sonderling! „Wand'rer, lass die Beute stehn Sonst lässt der Hockauf dich nicht gehen Der Hockauf ist ein starker Wicht Hält mit den Dieben gar bös Gericht!“ Der Wanderer greift dennoch zu Der Wiedergänger steigt ihm nach: „Verhext seist du, nun rast' und ruh!“ Kaltes Grauen packt den Leib Schatten stiehlt sich durchs Dickicht Hockauf, Hockauf Kreatur der Nacht Nimm dem Dieb sein Lebenslicht Der Sündiger nun lahm und steif Der Hockauf krallt den Lebensschweif Atem wird zur Todesqual Der letzte Hauch schmeckt fahl und schal
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026