Pro-Depressiva
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Die Grabestruhe wird nun zuletzt geöffnet<br/> Genug behütet sind meine Schätze vor Staubkronen<br/> Jene Kostbarkeiten mein einzig Hab und Gut<br/> Erkenntnis-Niederlagen, Wege falsch gestellter Fragen<br/> Nur Symbole einer Zeit - die doch nie wiederkehrt<br/> Und alle meine Schätze teilen sich ihr Los<br/> Die schönen nennt man häßlich, die häßlichen schön<br/> Ich betrachte sie gesondert, bin auch dem Kleinen zugetan<br/> Fernab dieser Truhe sind sie bloße Artefakte<br/> Nicht für den, der sie gefunden<br/> Nicht für den, dem sie gezeigt<br/> Wie zu Grabe die Truhe getragen<br/> Auf Schultern aufgebahrt, der verschlossene Sarg<br/> Der Kragen des Mantels verschließt sich dem Licht<br/> Ich harre still der Dunkelheit, schleich mich erst fort bei Nacht<br/> Und gehe dann meines Weges<br/> Und finde dann neues Gut<br/> Dann ziehe ich meinen Mantel an<br/> Dem Rohdiamanten, der nach mir suchte am Wegesrand<br/> Ich teile meinen Mantel nicht<br/> Ich selbst bin in den Stoff genäht<br/> Gefühle, Gerüche, Gesehenes, Gehörtes - membranisoliert<br/> Mein Mantel und ich sind der Fels in egal welchem Meer<br/> <br/> Mantelmann<br/> Ich bin der Mantelmann<br/> Auf einmal wird mir klar<br/> Die Versammlung tagt bei mir<br/> Doch mein Terrain gefährlich<br/> In das der Dieb mit der Beute entflohen<br/> Fünf Mantelmänner reiten in den Sonnenuntergang<br/> Mantelmänner, mit Mänteln aus schwarzem Leder<br/> Einer nach dem anderen blickt noch einmal kurz zurück<br/> Im Sonnenlicht zerfließen ihre Konturen<br/> Auch ihr Mythos und ihre Spuren
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Es nimmt der Wind an meiner Worte teil<br/> Erinnert an die Zeit, wühlt auf die Vergangenheit<br/> Injiziert ihr Serum, befeuchtet Augen und Bilder verschwimmen<br/> Es nimmt die Zeit, was einst geliebt fort von Dir ...<br/> Fahnen stürzen enttäuscht zu Halbmast<br/> Seismographen wittern Emotionen<br/> Jedermann spürt den Lauf der Geschichte<br/> Am eigenen Leib berührend vorbei<br/> Zehntausendfach fokussiert das Geschehen<br/> Zwingt die Bedeutung in das unbekannte Herz<br/> Weltumfassend antwortet der Mensch in der Sprache des Schmerzes<br/> Und aus allen Kehlen schreit es:<br/> Trauer in Gestalt bin ich<br/> Und aus allen Kehlen kriechen Lieder:<br/> Pro-Depressiva<br/> Es nimmt der Wind an meiner Worte teil<br/> Erinnert an die Zeit und ich weiß<br/> Es führt kein Licht hinaus aus der Nacht
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Ich beginne in der Tiefe<br/> Steige langsam dann empor<br/> Wie durch Fensterglas von Gestern bis nach Übermorgen<br/> Der Schmerz dumpf und tief auch wenn das Glas dem Fleisch entzogen<br/> Das Wissen schmerzt gewiß so wie der Schmerz des Irrtums Zeugnis ist<br/> Des Lebens Urkonstante scheint das Leid<br/> Es expandiert weltweit<br/> Es gab nie Gerechtigkeit<br/> Und so schlägt der Pulsschlag der Zeit wie mit Hämmern<br/> Auf das Phantom der Unzufriedenheit<br/> Der Krieg ist vorbei und bleibt, so hoffe ich, Erinnerung<br/> Wie oft wanderten meine Blicke<br/> Elektrisiert aus großer Höhe<br/> Der Sicherheit in ihr<br/> Der Physik des freien Falls<br/> Und doch bin ich nun hier<br/> War ich ängstlich oder mutig<br/> Ich antwortete blutig<br/> Jedem Abgrund folgt ein Boden<br/> Jedem Weg folgt auch ein Ziel<br/> Auch wenn kein Ziel ihm vorgegeben<br/> Weil die Freiheit dann und wann leben will und leben kann<br/> <br/> Ich treibe ab<br/> Der Weg hat längst kein Ziel mehr<br/> Ich muß nicht das begreifen<br/> Was sich vor mir entkleidet<br/> Fort Illusion! Von der Trümmerlandschaft die Du bewohnst<br/> Um als kluger Kopf über Köpfen zu thronen die doch nur in sich selber wohnen<br/> Etwas wurde mir kaltblütig genommen<br/> Oder habe ich es aussortiert - ausrangiert<br/> Etwas liegt im Sterbenskampf vor mir<br/> Doch ich finde kein Mitgefühl in mir<br/> Einst galten wir als Einheit<br/> Waren allen Kollektiv<br/> Erinnerungen schwinden<br/> Welch Irrweg nennt man bisweilen Schicksal<br/> Auf Wellen aus Licht reiten wir, reite ich<br/> 3001 im Blick und es führt kein Weg zurück<br/> Es bleibt die schwächliche Symbolik einer bedeutungslosen Macht<br/> Sie hebt das dumme Tier auf die Stufe der Gestalter<br/> Inmitten von Geschrei und Gebrüll<br/> Waren wir die Kerze in der Schwärze<br/> Waren nur ein Moment<br/> Und jetzt ziehen wir vorbei<br/> Du gott- und seelenloser Mörder<br/> Einer höheren Instanz<br/> Siehst in Dir den Allvereiner<br/> Aber das, was vor Dir noch Sekunden atmet<br/> Wirft Dich auf Dein Maß zurück
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Gleich zu Beginn als wars vorherbestimmt Schwankt der Nebel aus Licht, es ist auch Dunkles drin Göttliches Inferno, nur ein Schöpfer verleiht dem Fehler Sinn Ein Fragezeichen schwebt beharrlich durch den Raum Umgibt der Weite Rätsel Die der Wissenschaften Ansporn und Albtraum zugleich Rätsel fern der Heimat, nur ein Lebensalter Zeit Wer dechiffriert den Code und verleiht sich Unsterblichkeit Und trotz all der schönen Bilder Wissen wir nicht Wo noch Leben ward gezündet Wo noch brennt der Fachel Licht Ob man von dort nach Hilfe schreit Oder freundlich winkt Und ob man dort ein Lied von der Rückkehr singt Zurück zur Zeitenwende Zum Kreis der Ewigkeit Ein Dreckeffekt in Schönheit Schwarz gegen Weiß Erst Zwillinge der Erde stillen SehnSUCHT nach Erkenntnis Leben mit der Angst, lauter Zielen Doch die Zeit ist endlich Horch nur eine Stimme aus der Tiefe des Raumes Welch finstrem Verlies entsprang dieses Raunen Dieses Grollen des Dämonen muß des Teufels Stimme sein Lädt so ein Volk zur Kontaktaufnahme ein Dreht fort die Teleskope Schließt das Auge das still wacht Mißtraut den Schergen Neons und vergeßt die blaue Pracht Dieser Sterntrabant wird nie uns Heimat sein
Submitted by Iron_Wraith — Jun 03, 2026
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