Allerseelenreigen
Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen<br/> Sie streuen heute Blumen blau und rot<br/> Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen<br/> Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod<br/> <br/> O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen<br/> Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn<br/> Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen<br/> Auch sieht man Lichter in der Irre gehn<br/> <br/> Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen<br/> Dort verhallt der Klagen dem Gericht<br/> Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen<br/> Und wunderlich zerstreut im Abendlicht<br/> <br/> Das Leben ist so wirr, voll trüber Plagen<br/> Erbarm' dich Gott der Menschen Höll' und Qual<br/> Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.<br/> Einsame wandeln still im Sternensaal<br/> <br/> Ihr Männer, Weiber, traurige Gesellen<br/> Sie streuen heute Blumen blau und rot<br/> Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen<br/> Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026