Heimatspuk
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Die alte Straße menschenleer,<br/> schleicht müde durch die Fichten.<br/> Die Bäume schwanken hin und her<br/> und raunen Waldgeschichten.<br/> <br/> Die Meise piept, es klopft der Specht,<br/> die Finken lustig schlagen,<br/> im Schatten liegt der Köhlerknecht<br/> und träumt von alten Tagen.<br/> <br/> Es zieht heran ein brausend Sturm,<br/> ein rasselnd Ungeheuer.<br/> Der schwarze Turm ist gehüllt<br/> in schwelend Qualm und Feuer.<br/> <br/> Kein lockend‘ Schild im stillen Tann,<br/> kein Krug umkränzt von Reben.<br/> Die alte Straße selber kann,<br/> nicht sterben und nicht leben.<br/> <br/> Tief erschallts im Tannenwalde,<br/> des Holles Scharr und Leite.<br/> Nebelverschlungen liegt sie dort,<br/> die verträumte alte Heide.<br/> In der Ferne tönt es froh,<br/> es scheint die alte Weise,<br/> gleicht einem Bilde - licht und bunt.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Auf ihr Heiden! Auf ihr Sünder!<br/> Wollt zum Tod ihr wandeln?<br/> Es lacht der Pan, der Wald im Wahn!<br/> Hier am heil‘gen grünen Ort!<br/> <br/> „Kommt heran ihr guten Leut‘, denn wir opfern heut‘!“<br/> <br/> Flamme lodert durch den Rauch, genährt mit altem Hauch:<br/> Vater und Mutter zu loben - Hinauf! Hinauf! Nach oben!<br/> Flamme lodert durch den Rauch, begeht den alten Brauch.<br/> Vater und Mutter dort oben, so werden die Herzen gehoben.<br/> <br/> Oben flammt und saust das Böse,<br/> hört das entsetzliche Getöse!<br/> <br/> „Hilf! Ach Hilf! Oh Kriegsgeselle...<br/> nun kommt die ganze Hölle!“<br/> <br/> Seht die verhexten Leiber, Teufel- und Dämonentreiber!<br/> Durch und durch in Flammen stehen, über Mark und Lande weh‘n.<br/> Menschenwölf‘ und Drachenweiber - Teufel- und Dämonentreiber!<br/> Die im Flug vorüber ziehen, lasst uns alle flieh‘n!<br/> Seht die verhexten Leiber, Teufel- und Dämonentreiber!<br/> <br/> Flamme reinigt sich vom Rauch,<br/> so feiern wir den alten Brauch.<br/> Sie reinigt unser‘n Glauben,<br/> unser Licht kann man nicht rauben!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Klirre, klirre, Wind, so klirre - vom Simmersberg spukts herre!<br/> Klirre, klirre, Wind, so klirre - die Nacht kummt drunt ins Tale!<br/> Drunt im Walddorf Schnett - die Hullefraan sans erweckt<br/> Drunt im Walddorf Schnett - die Hullefraan sans net nett!<br/> <br/> In Schnett, Schnett, Schnett, Schnett, Schnett - ist Hullefraansnacht!<br/> Eins Zwei Drei - Gesundes Neues Jahr!<br/> <br/> Die Ströherne kimmt zum nunt - die gute Frau.<br/> Sie bringt G‘recht un‘ bringt geschwind - du gutes Weib.<br/> <br/> In Schnett, Schnett, Schnett, Schnett, Schnett - ist Hullefraansnacht!<br/> Eins, Zwei, Drei - Gesundes Neues Jahr!<br/> <br/> Die Wilde kummt mit Gertenhieb und Ruß‘n Schlund.<br/> Die Wilde kummt mit Gertenhieb und Ruß‘n Strumpf.<br/> Du beeses Weib nun trink den Schnapsla endlich leer.<br/> Du beeses Weib nun heb den Schnapsla endlich leer!<br/> <br/> In Schnett, Schnett, Schnett, Schnett, Schnett - ist Hullefraansnacht!<br/> Eins, Zwei, Drei - Gesundes Neues Jahr!<br/> Ruß beschmiert un‘ Gertenhieb!<br/> <br/> Die Ströherne kummt, die Wilde kummt, die Hullefraan ziehns ums Ack‘.<br/> Im Walddorf Schnett, der Nachtwind klirrt, klirrt, klirret drunt im Tal.<br/> Der Simmersberg raunt, er raunt so tief.<br/> Eins, Zwei, Drei - der Simmersberg raunts in Hullefraans Nacht.<br/> <br/> Die Hullefraan raunen im Eck - die Hullefraans raunt, raunt, raunt.<br/> Im Walddorf Eck - die Hullefraan sans erweckt.<br/> Hoi Joi.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Auferstanden ist er, welcher lange schlief.<br/> Auferstanden unten aus dem Gewölbe tief.<br/> <br/> In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt, und den Mond zerdrückt er mit der schwarzen Hand. Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit. Es wird still.<br/> Und keiner weiß... das Blut ist Geist.<br/> <br/> Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an.<br/> In Blut und Dunkelheit...<br/> Und er schreit: Ihr Krieger rauf und voran!<br/> Mit Blut und Dunkelheit...<br/> Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut<br/> denn Glut ist Geist<br/> Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut<br/> in tiefster Dunkelheit...<br/> <br/> Zahllos sind die Leichen schon in Erden gestreckt.<br/> Wo die Blutnelke wächst.<br/> Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt - die Geister der Stadt.<br/> In der Nacht jagt er das Feuer querfeldein - hinein, hinein!<br/> Aus dem Dunkel springt der Nächte flammend Schein.<br/> Sind die finstren Ebnen flackernd überstreut, fegt er in die Feuerhaufen, daß die Flamme weiter streut.<br/> <br/> Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,<br/> und doch werden die Herzen bitterkalt.<br/> Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht in die Bäume,<br/> daß das Feuer brause recht.<br/> Eine große Stadt versank, lautlos in des Abgrunds Bauch.<br/> <br/> Ich bin der, der im wilden Himmel die Fackel dreimal dreht.<br/> Weißt du wer ich bin? Ich sags dir:<br/> <br/> Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ... Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht;<br/> <br/> Wenn der Wind durch deine Haare rinnt,<br/> in Blut und Dunkelheit...<br/> <br/> Und dein Lied aus der Ferne klingt,<br/> aus Blut und Dunkelheit...<br/> <br/> Dann reißt die Erde noch zweimal auf,<br/> in tiefster Dunkelheit...<br/> <br/> Und der Quell nimmt seinen Lauf,<br/> aus tiefster Dunkelheit...<br/> <br/> Nun nimm das Wasser aus meiner Hand und trink!<br/> Und zieh hinfort in trautes Heimatland...<br/> in die Dunkelheit!<br/> <br/> Dort in der Erde schaffst du frei,<br/> in tiefster Dunkelheit...<br/> <br/> Gold, Silber, Kupfer, Zinn und Blei,<br/> Glück Auf, Glück Auf, Glück Auf!<br/> <br/> Doch alles was dir bleibt allein,<br/> in Blut und Dunkelheit - ist dein welkes Gebein.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Aus der Fichten dichter Mitte feuerroter Schimmer dringt.<br/> Vor dem Meiler, in der Hütte, steht der Köhlerknecht und singt:<br/> <br/> Baum zu Baum - ist Feuers Zaum.<br/> Erd‘ zu Erd‘ - decken mir des Glutes Herd.<br/> Glut zu Glut - da kocht mein Blut.<br/> Aus dem dunklen Feuersud - schöpfe ich das schwarze Gut.<br/> Bei Feuers hellem Licht - Rot und Schwarz mein Angesicht.<br/> Und je mehr den Brand ich schür‘ - stets die Glut noch größer wird!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Atme ein des Nordwalds Rauche, daß er neues Leben in dich hauche.<br/> Durch der Wälder holde Wipfel - hinauf zu weit entferntem Gipfel.<br/> Entfacht mystisch Geisterbann, vergess‘nen Zauber aus altem Tann.<br/> <br/> Hoch und höher auf Felsgesteine, hoch hinauf ins Ewig-Eine!<br/> Erhebt euch aus Traumversunkenheit<br/> und atmet ein den Hauch der Ewigkeit.<br/> Gütig alter Weltengeist, nimm von uns den Staub der Zeit.<br/> So steh‘ nun auf oh Menschenkind und weh‘ hinfort im Weltenwind.<br/> <br/> Die Himmel sind entzündet, der Wald mehr um mehr!<br/> Zu flammend‘ Feuerluft - des Sonnenglutes Meer!<br/> Durch den Nordwald will ich steigen. Fort vom Weltenwahn!<br/> Bis hinauf ins große Schweigen - erdengläubig himmelan!<br/> So stößt ein Sturm ums Stille Haus. Sause, Sause, Sauseschreck!<br/> Und treibt die Schattenträume aus.<br/> <br/> Zu der Nähe drängt die Ferne. Das Leben klirrt und keift.<br/> Die Erde wird zum Sterne - bewahrt ist nun uralter Geist.<br/> Ohne Anfang kein Ende! Jeder Schritt ist Weltenwende.<br/> <br/> Wandelnd im wirren Wahn - gefangen in mystisch Geisterbann.<br/> Wach auf, Oh Erdenwand‘rer - Wach auf, du ewig Andrer.<br/> Wenn auch alles zerbricht, wird es dennnoch zu Licht<br/> und du wirst nun brennen, deinen Geist bekennen.<br/> <br/> Tiefer, tiefer, tiefer hinein nach innen, schrei ich,<br/> durch dichte Stimmen längst verhallte Klagen,<br/> schrei ich weiter - in die Irre! Ins Weltendunkel!<br/> Durch den Nordwaldrauche, bricht der Mutter alter Glaube.<br/> Denn der Geist kennt keinen Tod.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
In der Finsternis des alten Spitals verrecken menschliche Ruinen.<br/> Hier wird gestorben... und ein jedes Bett ist ein tief verschneiter Garten...<br/> Wohl an denn, liebe Welt - Adé, Adé!<br/> <br/> Schnee und Regen peitschen mir ins Gesicht - immerzu und immerdar - ohne Rast und ohne Ruh! Ich stehe hier auf dem Stein der Steine - Gespenster fressen meine Gebeine!<br/> Verbrannt sind Haus und Hof - doch meine Heilstatt lebe hoch!<br/> Kommt heran ihr Toten und sauft die Welt mir leer! Ihr seid meine letzte Wehr!<br/> <br/> Halden von Schiefer - wie Nester an Hängen - versunkene Wege - wie Träume am Berg.<br/> Ihr seid nicht Fleisch und seid nicht Erd‘, die Nacht nimmt den Farben ihren Wert.<br/> Schwarz liegt Feld und Korn - unter schwarzen Himmeln von Metall.<br/> Einen Abend noch dann müsst ihr ziehn‘ - euer Leben fordert mein Vergehen.<br/> <br/> Die ihr hinter Mauern haust - hinter dumpfem, kaltem Stein.<br/> Eng in Höfen, tief in Kellern - fristet euer Schattendasein.<br/> Ihr Quellen aus Fleisch und Blut - leuchtet durch finst‘re Nacht.<br/> Hervor! Heran! Hinein in die Heilstatt!<br/> Wie ist die wilde Welt mir Leid mit ihrem Hass und Harme!<br/> Ich flüchte, flüchte aus der Zeit!<br/> <br/> Holz, Holz spinne! Holz, Holz und Korn!<br/> Nacht verinne! Bis das Licht ist neu gebor‘n.<br/> Das Rad gebrochen! Die Finsternis herbeigekrochen.<br/> So tanzen, so tanzen, so tanzen wir - mit der Nacht einher.<br/> Wir ziehen das Licht - aus den schwarzen Wassern.<br/> Wir heben die Nacht - aus den weißen Feuern.<br/> <br/> Leuchte in finst‘rer Nacht, mein Wald, so geh nicht fort!<br/> Denn längst bist du meiner Asche Hort.<br/> Wir sind die Nachtgestalten, die auf einer Lichtung tanzen.<br/> So gebt uns Speis und Trank, für den letzten Weg in die Heilstatt.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Über Wald und Berge fauchts - Nebelgeist und Sturmesbraut.<br/> Wyntar spukt und Wyntar Feld - tief verschneit die ganze Welt.<br/> <br/> Unterhulz Zoubar - Wyntar Spuk und Runenzauber.<br/> <br/> Ruhig steht nun das Spinnenrad - wartend auf die neue Tat.<br/> Er sah kein Licht, er sah kein Laut - nur der Toten blasse Haut.<br/> <br/> Unterhulz Zoubar - Wyntar Spuk und Runenzauber.<br/> <br/> Nächte ohne Zeit und Raum - Schnee treibt uralten Traum.<br/> Dunkel nährt die Wintergeister - Ruprecht ist ihr holder Meister.<br/> <br/> Unterhulz und Wyntar Schauder - entfesselt ist der Winterzauber.<br/> Unterhulz und Rauhnachtszauber - entfesselt ist der Runenzauber.<br/> <br/> Wir Walden, Wintern, Dunkeln nun - wies die alten Druden tun.<br/> Aus des Waldes Ruhe klingts - des alten Mannes Scherenkind.<br/> Zerschnitten ist das alte Reff - klirre, klirre Sauseschreck.<br/> Amselmann, Amselmann - vor dir greift der Winter an.<br/> <br/> Unterhulz Zoubar - Wyntar Spuk und Runenzauber.<br/> <br/> Und die Nacht legt sich herab - dort wo der Eisenwalde wacht,<br/> dort brennen die Schmieden - und Funkengaben fliegen.<br/> Entfachen das Feuer der Kreation - Gebären den Mondensohn.<br/> Wir hüten das Licht - Wir hüten die Dunkelheit.<br/> Wir entfesseln die heilige Feuerluft - die heil‘ge Feuerluft.<br/> Secret Ambrosian Fire - über uns und alle.<br/> <br/> Raune, raune Raunebraune - im Dunkeln schwelt die Nebelraune.<br/> Im Zwischenlicht die Funzel brennt - gefangen ist das Element.<br/> Auf dem Kaosthrone sitzt - der Mondin weißes Angesicht.<br/> Die Hörselberge stehen schwarz - aus den Bäumen fließt das Harz.<br/> <br/> Lebenssaft aus blut‘gen Tann - Feuer feuert Menschen an.<br/> Holle trägt ihr Zweigesicht - in den Höhen tobt das Weltgericht.<br/> Das Wilde Heer ist nun entfacht - raunen tuts die ganze Nacht.<br/> Über Stock und über Stein - kehre, kehre, kehre Heim!<br/> <br/> Unterhulz Zoubar - Wyntarspuk und Runenzauber.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Instrumental
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026