Nocte Obducta
Album • 2002
Rauchig strich die fruchtige Fäulnis übers Fleisch verwöhnter Gaumen Süß verbrannten goldene Flüsse Speichel mit erlesenen Schmerzen Und bei einem weiteren Schluck aus diesem Kelch fruchtiger Fäulnis Fanden ihren Weg aufs Blatt die Worte aus erzürntem Herzen: "Herbstlaub will ich sein auf eurem immergrünen Frühlingsrasen Urnen sollen bersten, aufgefüllt mit euren leeren Phrasen Mond und Sonne sollen boshaft hinter Galgenhügeln stehen Und ihr sollt den Durst in unsren kalten, harten Augen sehen..."
Submitted by VladTheImpaler666 — Apr 26, 2025
Oh, tiefe Nacht... wir, sechs dunkle Fürsten, die wir waren Im Prunkgemach von schwerem Samt und blutig roten Farben Das Licht der schweren Kandelaber brach sich zart in schwerem Wein Benetze unsre Augen, die so hungrig mit dem Purpurschein "Oh, schönes Kind... höre nur, der Tod ruft deinen Namen" Der Mond sah bleich auf sie hinab, sie stand am eigenen Grabe "Die Finsternis, sie ruft nach dir, wirst Du ihr wiederstehen?" Mein Ruf erwürgt dein Tageslicht, du wirst es nie mehr sehen Lächelnd sprach die nacht und schuldig der Blasphemie Des verlangens Verfluchend die Enthaltsamkeit Und ich sah in den kristallenen Spiegeln Den Durst in meinen Augen Besinnliche Momente in der Ahnenbildergalerie Die staub'gen Reihen finsterer Gemälde halb verfault und klamm Dennoch saß das Leben tief in ihren zeitbefall'nen Blicken "Du bist auch ein Wolf, der trotzt der Liebe reißen muß das Lamm" Die Abbilder der längst verstorb'nen zogen mich in ihren Bann Der Wein in meinem Blute hauchte ihnen wieder Leben ein Sie wußten, was ich war, ihr Fluch quoll durstig noch in meinen Adern Durst trieb mich nun einmal durchs Treppenhaus von Stein Ich öffnete leiese die kunstvollen Türen Die Schatten empfingen mich als einen der ihren Den Tod in den Augen durch eisigen Regen Schritt ich ihr, deren Ende besiegelt, entgegen Mondlichtdurchsetzt war der Mitternachtsnebel und träumte von Tod und von Leben Liebkoste in naßkalter, böser Umarmung ein Standbild von Nehmen und Geben Jung war das Fleisch, dem den Tod ich gegeben, ich hielt in den Armen den sterbenden Schmerz Noch immer vermochte ihr süßes Gesicht zu erwärmen mein stetig erkaltendes Herz Und als ich mich all dieser Nächte entsann, da durchfuhr mich ein eisiger Schauer Der Nachgeschmack fremden Blutes, er barg stets ein schweres Armoa von Trauer Doch aufrichtiger Dank und ein stummes Versprechen, ein dem Tod abgerungenes "Ja" Lag jetzt wie ein Siegel erstarrender Hoffnung in ihrem schon leblosen Augenpaar Es reflektierten die blicklosen Blicke Den Durst in meinen Augen
Submitted by Warbringer — Apr 26, 2025
Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht Und hatte drei Töchter, deren eine Dunkelheit hieß... Und sanft senkte sie sich über Seelenlanfschaften Und barg weite Fluren in ihrem Gewand Und tauchte in Schwarz all die Berge und Wälder Und mich, der ich mich ihr anvertraut fand Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht Und hatte drei Töchter, deren eine Verborgenheit hieß... Und sie trat aus den Schatten ihrer Schwester Und im Mondlicht schritt sie leibhaftig und zart Und war nicht mehr länger verborgen im Dunkel Und Verlockung in ihren Zügen lag Als sie tanzte durch Sphären des sonnenfernen Reiches Durch die Nachtnebelschwadengefilde Da folgte ich dem Kind der Nacht Folgte Augen... Über blinde Brücken über schwarzen Schluchten Die mit bodellosen Echos des Zweifelns mich riefen Auf daß ich stürzen möge, auf daß ich scheitern möge Doch der Ruf der nacht war süßer als die Stimmen in den Tiefen Als sie innehielt in den Sphären des sonnenfernen Reiches In den nachtnebelschwadengefilden Da lehrte mich das Kind der Nacht Verborgenes... Es war einmal eine Schönheit, die hieß Nacht Und hatte drei Tïöchter, deren eine Stille hieß... Und es schwiegen die Wälder in nächtlichem Frieden Und von fern drang ein Seufzer durch die Dunkelheit Und nur ein Hauch fuhr verträumt durch die Wiesen Und es ward alles Stille und... Ewigkeit Eins mit der Essenz der Nacht
Submitted by MetalElf — Apr 26, 2025
Ich spüre nur den kalten Wind in meinen leeren Händen Und greife vage in ein nebelschweres Nichts ...das Continuum rinnt mit dem Nebel durch die Finger, einer Sanduhr gleich Es formt der Dunst ein Meer, der Wald ein Bild des Hafens Der lädt zu einer Überfahrt ins Land des ew'gen Schlafens Es weiß das feuchte Gras um die, die hier begraben Als Asche schwarz und alt wie das Gefieder toter Raben Es teilt mein müder Schritt verwitterte Steinkreise Die stumme Einsamkeit wispert vom Ende meiner Reise Es lockt mich eine Stele, wartend zu verharren Ich lausche Schweigen und dem Fluß, wo Totenkähne knarren Es zieh'n am Horizont Familien schwarzer Schwäne Lethes Wasser tauft das Holz der Ruder leerer Kähne Es murmeln Erd' und Stein von dem, was sie genommen Irgendwo ein Dryasstrauch - der Sommer wird nicht kommen Es stürzt mein Leben wie das Bustum meiner Seele Tiefer in die Nebel, die da wabern um die Stele Es raunen Pithosgräber von den Kindestagen Der Tag vergeht, die Kälte bleibt, den Frost ins Herz zu tragen Es fällt verlor'ner Schnee, die Asche toter Winter Auf gramvoll stumme Tumuli, die Hüter toter Kinder Es schlägt ein kaltes Herz im Mond über den Feldern Und totgebor'ne Wünsche wimmern schwächlich in den Wäldern
Submitted by Sexy Gargoyle — Apr 26, 2025
Kind der Muse - Totgeburt Von den Zinnen karger Mauern Stürzt das Bündel rohen Fleisches Weißes Leinen greift nach Stein Bette, Neuschnee, sanft den kalten Körper in die frost'ge Wiege Flöten ferner Winterwinde Hauchen freudlos Wiegenlieder Paten ungeträumter Träume Trauern stumm am Kindesgrabe Untot wächst ein Traum von Rache Schweigen tilgt die Grabgesänge Jahre ziehen, um zu würgen Jene, die die Wahrheit kennen Böser Traum formt zarte Spuren Immer wen der Neuschnee fällt Bleiche, kalte Kinderhände Klopfen dumpf an hohe Tore Die verschlossen mit Vergessen Pochen sucht das Schweigen heim Unter Zinnen karger Mauern Flehend, sanft und doch verächtlich Nachtmahrgleiche Kinderstimme Fordert wispern immerfort... "Laßt mich ein, laßt mich ein..."
Submitted by Cyberwaste — Apr 26, 2025
Meine Spur im kalten, grauen Sand Ein tristes, graues Meer Ein trister, grauer Strand Wellen wie geschmolzenes Eis und Gischt wie junger Schnee Und irgendwo ein Traum... Und irgendwo in mir ein Stern vom Vorjahr, der verbrennt Und irgendwo blasse Gestirne am noch jungen, grauen Firmament Wie Kiesel im Spätwintersand
Submitted by NecroGod — Apr 26, 2025
"Mutter, mich hat der Schlaf entührt Und befleckt mit den häßlichsten Träumen Die Riesen kopfüber aufgeknüpft In der Ödnis, wo die Feuer brannten Mutter, ich habe die Feuer gesehen Dort unter der Schwärze der Himmel Draußen zwischen den grausigen Körpern Gemeuchelter toter Giganten..." Und schon in den Feldern vor Sonnenaufgang Beackern die Bauern ihr heilloses Land Mit blutenden Händen die faulende Saat In dem schimmelnden Schlamm zu bestatten Und zitternde Ochsen vor morschen Pflügen Beflecken mit blutigem Speichel den Matsch Knacken mit teilnahmslos schlurfenden Hufen Die Schädel der häßlichen Ratten Als sich in einer unheilschwang'ren, stinkenden roten Aura Dort hinten bei den Galgen die fett aufgeduns'ne Sonne Wie sterbend in den Himmel schleppt, da heben sich die Schädel Der hirnlos leer gaffenden Bauern, grinsen wie in Wonne Gnadenlos gehässig grinst die Galgendämmerung Gnadenlos gehässig grinst die Galgendämmerung
Submitted by NecroGod — Apr 26, 2025
Ihr glaubtet wohl, als man uns mit viel gutem Wort bedachte Da hätten wir den Schmach, den Zorn, den Haß, die Wut vergessen... Ihr glaubtet wohl, als man uns süßen Wein und Früchte brachte Da hätten wir verblendet wie das Kriechervolk gefressen... In den Staub! Und all die Lügen sollen eure letzten Worte sein In den Staub! In dieser dunklen Krypta legte einst ich alle Träume nieder Sie bargen Fleisch und Blut für mehr als nur Geschichten, Lieder Doch Kunst und Träume sind schon längst der Fraß für blinde Massen Unter unsren Zeichen leben sie für alles was wir hassen In dieser dunklen Krypta liegt der Glaube an die Welt begraben Sie grapschen geifernd, sich an dem, was wir geliebt, zu laben Sie sabbern dunkle Verse, schänden jeden wahren Traum Galgendämmerung erwache, knüpfe sie an jeden Baum... In dieser dunklen Krypta werden wir in stillem Zorn verweilen Uns nicht weiter schindend, um das Übel anderer zu heilen Glücklich, daß uns nichts als der eig'ne Wille hierhin bindet Und die Hoffnung bleibt, daß nur wer ehrlich sucht, uns findet Rost labt sich am kalten Eisentor des alten Grabsteingartens Schleier vor verlass'nen Spinnennetzen kleiden Dornenbäume Tau von Gräberfeldern setzt sich in die klebrig weiche Seide Dunkle Frucht fällt dumpf auf Moos, sät bei den Wurzeln üble Träume Nur ein schwaches Nebelleuchten hat der dunst'ge Mond verloren Felsenkathedralen ragen grob und ohne Glanz empor Efeu frisst die Totenlichter, würgt die Kreuze, deckt die Gräber Finde mich und spiele mir ein Frühlingslied am Friedhofstor
Submitted by Finntroll — Apr 26, 2025
Wenn Sagen und Lieder die Landen beschreiten Wenn das Grauen, das noch schwärzer als Dunkelheit, fliegt Wenn die Schrecken der verbotenen Stadt wieder reiten Wenn nur im Tod noch Frieden liegt Über die kargen, sagenumrankten, leidgetränkten Ebenen Längst vergangener Schlachten Hauchen heisere Hörner häßliche Winde Tragen das Leid aus vergangener Zeit In den stöhneneden Stimmen der dereinst Gefallenen Branden wie Meere von Schmerz und Verwünschung An die zeitlosen Tore der schwarzen Stadt Und die Geißel der Angst martert wieder das Land Wenn er, der nicht sein darf, sich wieder erhebt Wenn der Frieden zerfleischt wird von Haß und von Krieg Wenn blutet und zittert ein jeder, der lebt Wenn nur im Tod noch Frieden liegt Schwarz gähnen die stählernen Tore der Verderbnis in der Finsternis der uralten Mauern, die zinnenstarrend in den Nachthimmel ragen. Leise wiegt sich ein kriegslüsterner Wind in den Nebeln. Angstvoll und stumm schläft ein verkrüppelter Wald krummer Bäume, verhöhnt von der Stolzen Schrecklichkeit sinistrer Türme, verfluchter Mauern. Die Stätte des Unheils liegt noch lautlos und still, doch ihr Haß und der Durst nach Verwüstung und Schändung martern das Trugbild der Ruhe. Noch weilt die Sonne weit hinter den Himmelstützenden Bergen, doch sie riecht Schon das Blut eines grausigen Morgens... ...und ein markerschütternder Schrei dringt aus der verbotenen Stadt, zerreißt die Stille der Nacht...
Submitted by Warbringer — Apr 26, 2025
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