Melancholie des Seins
Immer wieder kehrst du Melancholie O Sanftmut der einsamen Seele Zu Ende glüht ein goldener Tag Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn Siehe! Es dämmert schon Immer wieder kehrst du Melancholie Immer wieder zehrst du, ab Lebenskraft mit bitt'rer Magie Es findet keine Ruh wem du nächtens erscheinst Immer wieder kehrst du Melancholie des Seins Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches Und es leidet ein anderes mit Schaudernd unter herbstlichen Sternen Neigt sich jährlich tiefer das Haupt Immer wieder kehrst du, Melancholie Immer wieder zehrst du, an Lebenskraft mit bitt'rer Magie Es findet keine Ruh wem du nächtens erscheinst Immer wieder kehrst du, Melancholie des Seins Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches Und es leidet ein anderes mit Schaudernd unter herbstlichen Sternen Neigt sich jährlich tiefer das Haupt
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
Wolken ziehen finster und drohend in's Land Himmel und Erde sterben zu Schatten Die Zeit der Schwermut lähmt Herz und Seel' Der Tod des Sommers verheißt mit nur Schmerz und Verlust Endlos leer sind die Nächte im Nebel Und neue Tage werden erst gar nicht geboren Hoffnung bleibt grundlos, das ist alles, was ich im November Vom Leben noch weiß Unheimlich hüllt sich die die Stadt in Schweigen Bäume erstarren an Fremde und Grau Unheilvoll zieht Nebel in's Leere Selbst unser Vertrautsein erschauert am Nichts
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
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Nun hat es sich gewendet, das grüne Buchenblatt Nun hat es sich gewendet, was mich erfreuet hat Die Rose hat verloren die roten Blüten all Was du mir hast geschworen, es war ein leerer Schall Blätterfall - Blätter seid ihr eines Baumes, welcher nie in Blüte stand Blätterfall - Wesen seid ihr eines Traumes, welcher nie Erfüllung fand Das Blatt am alten Buchenbaume, es spendet keinen Schatten mehr Dem allerschönsten Schein im Träume blühet keine Wiederkehr Welke windverwehte Blätter, Boten naher Winterruh Fallet sacht, ihr deckt die Gräber mancher toten Hoffnung zu Leise windverwehte Lieder, mögt ihr fallen in den Sand! Blätter seid ihr eines Baumes, welcher nie in Blüte stand Welke windverwehte Blätter, Boten der nahen Winterruh Fallet sacht, ihr deckt die Gräber mancher toten Höffnung zu
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
O Einsamkeit, du Stilles Land Der Träume und des Friedens Du Die Dankbarkeit mich dir verband Dir dank' ich meine süße Ruh' Du gabst mir wieder alles das Was verloren hielt Die Liebe, die ich schon als Hass In meiner Brust gefühlt All das, was Edles ich geglaubt Dir dank' ich's nun allein Den Glauben mir nun Keiner raubt Denn einsam will ich sein Wer weiß, ob nicht in jener Welt Ein Geist wird einsam sein Ob jedem Geist nicht eine Welt Beschieden auch wird sein Es lebe stille Einsamkeit Du gabst mir süße Ruh Ich weihe mich der Dankbarkeit Mein einz'ger Freund seist Du!
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
Dein letzten Philosophen nenne ich mich Denn ich bin der letzte Mensch Niemand redet mit mir, nur ich selbst Und meine Stimme kommt wie die eines Sterbenden zu mir Mit dir, geliebte Stimme, lass mich nur ein Weilchen verkehren Durch dich täusche ich mir die Einsamkeit weg Und lüge mich in die Vielheit Denn mein Herz erträgt den Schauer der einsamsten Einsamkeit nicht Und zwingt mich zu reden, als ob ich zwei wär Höre ich nicht noch meine Stimme? Dein Fluch sollte die Eingeweide dieser Welt zerbersten machen Aber die Welt lebt noch Und schaut mich nur noch kälter mitleidloser an Furchtbare Einsamkeit, mich umstarrt die Natur Geier schweben über mir und so rufe ich in's Weltall : Gib Vergessen, vergessen! Nein, ich will das Leiden ertragen Ich suche die Einsamkeit, um mich vor der Vielsamkeit zu schützen Wenn du sie anders suchst, so wird sie dich schwach machen Man soll sich in die Einsamkeit begeben Erst wenn man stark genug dafür ist, nicht vorher Viele Menschen leiden an der Einsamkeit Wer die Einsamkeit nicht ertragen kann Der gehe im Strom der Welt zurück Es kämpft jeder seine Schlacht allein Wer nicht erträgt die Einsamkeit, der nicht liebt die Freiheit
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
Die Krähen schreien Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt Bald wird es schneien Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat Nun stehst du starr Schaust rückwärts, ach wie lange schon Was bist du Narr Vor Winters in die Welt entfloh'n? Die Welt ist ein Tor Zu tausend Wüsten stumm und kalt Wer das verlor Was du verlorst, macht nirgends Halt Nun stehst du bleich Zur Winter-Wanderschaft verflucht Dem Rauche gleich Der stets nach kälter'n Himmel sucht Flieg, Vogel, schnarr Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! Versteck, du Narr Dein blutend Herz in Eis und Hohn! Die Krähen schreien Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt Bald wird es schneien Wohl dem, der keine Heimat hat!
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
Wähne nicht dass in dem Weltgewühle Je ein Herz so wie das deine fühle Wähne nicht im sehnenden Umschlingen Zu andren Wesen wahrlich durchzudringen Einsam bist du ob die bunte Menge Rühmend oder tadelnd dich umdränge Einsam bei der Freude Scheinerbarmen Einsam selbst in deiner Liebsten Armen Eine Stelle wird es ewig geben Ein klaffend' Riss durch alle Leben Eine Stelle, wo du bang mit Schrecken Nacht wirst du sehen ihre Augen decken Meinst du, jenes dunkle formlose Etwas sei der Dorn nur an der Rose? Nein, als unvertilgbares Erinnern Wird's zum Gift, das strömet aus dem Innern Lerne drum aus ihrem Kreis verschwinden Dich in deiner Brust zurechtzufinden Was sie dir an Treu und Huld versprechen Unwillkürlich werden sie es brechen
Submitted by Corpse Defiler — Jun 05, 2026
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