Hirngemeer
Zupfgenelkte Hirnverlottung <br/> Stutzgefriemel fickgezerrt <br/> Flupf, flupf, ... <br/> Ich scheide aus Gehirn <br/> Kopf-Anußgeburt mit Widerhaken, <br/> rülpse Weisheit in Näpfe mit Fett <br/> Aus Leichenwasser läßt kein Aug’ sich sieben <br/> Es schnattert Wurm im Wind und wirft mit Angst <br/> Mir Nadeln ins Gesicht <br/> Gespicktes Wesen lacht laut Blut <br/> In Hungerhumpen <br/> <br/> Schlapfend in absentia <br/> Verwehung meines Geists <br/> Rilllllllllllt mich an, Fieberbestien <br/> Aus nimmerdichten Denkdosen <br/> Im Busen Stein’ liebkosend brüt ich Eise wohl <br/> Lose aus Gedankskelett, atme mit dem Sehorgan <br/> Farben in die Lung’ballone, Speicher sauren Stoffs! <br/> <br/> Glotz Gerüche, scharf wie Seide, matt wie Brot <br/> Lins’ Gestank nach Farbenkot <br/> Beaugapfelt Grau im Schattenduft... <br/> <br/> Degustiere Klanggerichte, schmeck der Worte grelle Kunde <br/> Ein Nachhall tief im Rachenmunde <br/> Schlunde Schall, klaftertiefer Fall zur Säuregrube Ruh... <br/> <br/> Perzipiere Bitterkeit mit Knorpelmuscheln <br/> Schleimend Süße hör ich tuscheln & <br/> Schärfe klingt wie rote Wolle... <br/> <br/> Schrullgepuffter Uhr-ve-weg, zerdottert ist mein Traumatasten <br/> In Lüfte duckend stülp ich mich von Erde, in <br/> Wolkenhirne huschelnd, denn Nadel ist das Ich & <br/> mein Hirnhaufen die Welt
Submitted by Nargaroth — Jun 19, 2026
Himmelschreiend wölbt graue See harschende Gesichter <br/> Auf zuckerschaumge Wogen <br/> Stumm dringen Antlitze samt feurig-fernem Paar durchnässter Lichter <br/> Mit klagend Blick herauf zu Strandeslogen, <br/> Käfigen en masse, in weitem Bogen an der Küst’ <br/> Gelegen, ein jedes sinnt zu finden sein einstiges Gerüst, <br/> und weil sich alle gleichen, birgt das schauerliche Spiel <br/> algenen Verdruß und Frust <br/> wie toten Fisch <br/> nachgerade droht der Kursverlust <br/> <br/> Doch mit Geduld Versunkener, auf farbenlosem Wind <br/> Trifft entsprechend dem Geschicke, <br/> auf nämlich würfelförmiges Gestänge das Gesicht, sind <br/> unzählge Paare abermals beisammen, Augenblicke <br/> salziger Würze, Wiedertod ersäuften ’zeitenkinds, <br/> Fangarmbande vormalger Körperstricke <br/> <br/> Als blickten sie durch stumpfes Glas, wird zugehör’ger Käfig <br/> Samt trockengramem Inhalt scharf bemustert, rührend und zerbrechlich <br/> Streifen schiefergraue Hände, Ammoniten gleich, über Rost, <br/> Robustes Gitterwerk, dem Narbenkäfig, in welchem sträflich <br/> Hockt auf einem Thron aus Sand und Muschelschale, das vertraut Gerüst, <br/> das frühere, als Puppenstarr-Skulptur aus Knochen, des Menschphantoms <br/> geliebt’ Skelett! – <br/> Mit Erinnerung in Luft zersetzt, heult Sturm in roter Farbe, <br/> im Andenken tanzen Fluten Zuckersäulen, Gestänge weißen Wiederschauns! <br/> Protokoll führt steinern Veste, mit verregnet’ Fingern und felsenfremdem Zittern –– <br/> Es summen Stimmen wie Insektenschwärme aus schlapfend feuchten Mündern fleischlos <br/> Durchweg eindringlich – gewaltig gleich Gewittern <br/> <br/> Der bewegend’ Dialog beginnt im Einzeln: <br/> „Beileibe, allzu spät, kommt meine Büttenrede! <br/> Vor etlichen von Jahren hätt ich sagen solln: <br/> Fahr doch mal die Fäuste aus <br/> Stopf wieselnde Geschmatze niedren Seelenmauls <br/> Es lacht Dich sonst Dein Schatten aus <br/> Streu Vermizid, Du Erdenfresser <br/> An roten Feuerrohren hangelnd, Gerneklug, <br/> Geophage, weiße Messer <br/> Träumend zu erdolchen dies Geschäker-Ich in Stufen! <br/> Narbenkreatur, was hast Du nur den Schlüssel <br/> deines Seins – die Seel’ – im Sand vergraben <br/> Dich sinnlich-körperlich gesperrt in Käf’ge, toteiserne Refugien, <br/> den Wellen nur Dein Rückgrat zeigend, <br/> lauschend tosend See, im Sande spielend, <br/> leugnend selbsterwählte Zellen-Enge!“ <br/> <br/> Indes keine Regung folgt, die Himmel selbst sind Zeuge <br/> Aus desolaten Augenhöhlen lachen Krebsgetiere <br/> Ihre Zangenscher’n wetzend an Salzesbällen, zur Neige <br/> Ging lange schon das sinnlich-tumb Gestiere <br/> Einstger lebhaft Augenpaare, vom Hingang abgeastet <br/> Wehes Ziehen vom Meere her, es brandet Bö durch Gitterkästen<br/> Aufzurütteln erstarrt-entseelte Rippenhäftlinge – sinnlich fastend, <br/> fruchtlos Energien der Elemente mästend … <br/> <br/> Gemeinschaftliches Jaulen, Nachruf rasselnd Kettenfirmaments!<br/> Wehklage en bloc, schrill, fortissimo prallt ab Phon an Schädeldecken <br/> Inhaftierten Arrangements <br/> Zusammenkunft maritimen Geistgerichts wird tausendfach Tumult, <br/> Wirbelwispern, Akustik-Aufschüttung scharenweisen Monologs! <br/> Die greulicheVerzerrung bittstellender Gesichter, <br/> abgeprallt-vergeblich war ihr drängend Totenkult! –– <br/> <br/> Es folgt der Rückzug in den Ozean der Gräue, angefault an Seele <br/> Stinkt wie aasig’ Algenbrei diese Schlingen-Reue <br/> Rot wetzt der Horizont aus Steineswolken einen letzten Tropfen Blut, <br/> Im Sand versinkend und im Narbenkäfig darbend stiert unbewegt Skelett –– <br/> <br/> Im nächsten Leben, da wird alles gut!
Submitted by Nargaroth — Jun 19, 2026
Aus Schattenvenen schlüpft ein Schmetterling <br/> Gleit gen Augenlichter, Funke Zauberlehrling <br/> Entfessele das Ketten-Ich <br/> Im Weltorganetobekosmos ätherisch’, <br/> Bahn durch Nebel der Verletzlichkeit kristallne Wege <br/> Dir laß folgen mich & hechten von entlegner Kapselstiege <br/> In die Augenwelt des Aliens <br/> Wo Glücksgehirne Lichter zeugen – <br/> Auf zarter Seele Folien
Submitted by Nargaroth — Jun 19, 2026