Als Tier ist der Mensch nichts
Stimmt es, was sie sagen Und alle sind wir Einzigartig Ist auch wahr, was der Wanderer im Nebel schreibt Und so einfach wird es sein „Kein Mensch kennt den andern, jeder ist allein“ Wo du das drohende Unheil spürst Ist für mich der Untergang bereits manifest Weil niemand spürt Wie du Und keiner wahrhaft von mir weiß Sind Wiege und Grab einsame Angelegenheiten (Alles leidet, alles stirbt so einfach ist es) Weder ist Freude teilbar Sonst müsste niemand lachen Noch die letzte große Bürde Im Angesicht von kleinem und großem Tod Ist jeder für sich
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Wir umkreisen einander Wie Milizionäre der schlechtesten Welt Bis in den Brustkorb entwaffnet Wo kein Ende ist beginnt nichts Entsteht, zerfällt Kein Preis zu hoch Kein Wert Der Stift ist mürbe Und die Worte schal In der Reflexion versiegt die Poesie Am Ende sagt ihr, ihr wärt die Nacht Immer dort Wo wir Licht sähen
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Dein ranziges Fähnchen Hängt im Wind solange du tanzt Der gelebte Widerspruch Zwischen Festsaal und Strick Löst sich auf im von Patina mattem Krug Der solang zum Quell geht bis Man bricht Zerrissen, verkümmert Vom Flimmern der Bilder Im Scharren der Füße Hallt das Rasseln der Ketten wider
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026
Fühl dich für mich ein in eine junge Hirschkuh Das Brunftgeschrei Mach mir den Herrscher des Waldes Der die Jungen seines Bruders frisst Als Tier ist der Mensch nichts Als Mensch bist du ein Kind Meine acht Zitzen, sie wollen dich vergiften Meine acht Beine, sie wollen dich liebkosen Und umschließen Die Einverleibung Als Tiеr ist der Mensch nichts Als Mensch bist du еin Kind Ich zeige dir ein Nest zu bauen Die Elstern helfen uns Sie fressen die erste Brut der Unerfahrenen Als Tier ist der Mensch nichts Als Mensch bin ich ein Kind
Submitted by Nargaroth — Jun 05, 2026